[B] Kreuzberg: Wohnungsbesichtigungen

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„Nachdem Anfang der Woche die Türen einiger leer stehender teurer Wohnungen im Prenzlauer Berg verklebt worden sind, haben wir das auch in Kreuzberg gemacht. Damit folgen wir dem anonymen Sommerlochaufruf (http://berlinerliste.noblogs.org/sommerloch-aufruf/) und möchten gleichzeitig zur Teilnahme an der Mieten-Demo am 28.09.13 aufrufen. Denn gemeinsam werden wir uns die Stadt zurückholen!!!

Wir alle wissen, worum es geht, wenn in unserer Nachbarschaft plötzlich Wohnungen saniert werden und im Anschluss für 10 Euro/m² oder mehr im Angebot sind. Dies treibt den Mietspiegel insgesamt in die Höhe und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir selbst an der Reihe sind und es heißt: höhere Miete, Schikanen, vielleicht auch Zwangsräumung. Denn egal was die Parteien im Wahlkampf daherreden: am Ende werden sie das im Kapitalismus heilige Profitprinzip mithilfe des staatlichen Polizeiapparats durchsetzen. Wir haben es gesehen: ob in der Lausitzer 8, bei Rosemarie F., bei den vielen, die allein bleiben, wenn Gerichtsvollzieher*innen vor der Türe stehen.

Genauso wissen wir, wie schwierig es ist, gegen die kapitalistische Stadtumstrukturierung vorzugehen und waren deshalb sehr froh zu sehen, dass andere Menschen in dieser Stadt manchmal gute Ideen haben: https://linksunten.indymedia.org/de/node/94786

Hier haben einige Leute damit angefangen bei teuren Neuvermietungen durch Zukleben der Schlösser das Geschäft mit dem Wohnen zu stören. Wir haben über diese Aktionsform nachgedacht und finden sie inspirierend, da sie einfach und unauffällig durchgeführt werden kann. Sie ist wenig spektakulär, kann aber, wenn sie massenhaft geschieht, Sand im Getriebe sein.

Da die „autonomen Gruppen Berlin“ das aber leider nur im Prenzlauer Berg getan haben, sind wir nun spontan durch Kreuzberg gezogen und haben dort bei einigen Dachgeschosswohnungen, Lofts, sanierten Etagenwohnungen, die für teils 15 Euro/m² im Angebot waren, Schlösser verklebt und Nachrichten an den Türen hinterlassen. Auch ein Ladenlokal im Gräfekiez, in dem sich vormals eine Eckkneipe befunden hatte, die wegen zu hoher Mieten ausziehen musste, haben wir verschlossen. So hoffen wir, dass einige Wohnungsbesichtigungen sowohl für die Makler*innen als auch für die interessierten Besserverdienenden dadurch gestört werden konnten, dass sie vor verschlossenen Türen standen, umdrehen und/oder die Türen aufbrechen lassen mussten.

Betroffen von unserer kleinen Sabotage-Runde sind dieses Mal 10 Objekte. Besonders gerne haben wir „Inh. HARTMUT KULUS – DER KIEZMAKLER – Immobillienservice Berlin“, Engler Immobilien oder DWH darauf aufmerksam gemacht, dass deren Profite mit unserer Miete gemacht werden. Und wir bereit sind, sie dabei zu stören. Und das werden wir bald wieder tun.

Zuletzt freuen wir uns auf eine großartige Demo am 28. September, auf bunte und kreative Aktionen drum herum und den ganzen Herbst und Winter lang.“

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